Wie wird man Feminist*in?

Veröffentlicht am 26. September 2024 um 20:13

Wie wird man Feminist*in ist natürlich eine sehr komplexe Frage, welche man nicht in einem Satz beantworten kann, wenn man sie überhaupt beantworten kann. Und dennoch habe ich mir diese Frage eine lange Zeit gestellt.
„Setze ich mich genug für feministische Themen ein?“ 

„Habe ich die richtigen Einstellungen, um eine Feministin zu sein?“

„Braucht es den Feminismus heute noch?“ 

„Setzt sich der Feminismus für die richtigen Themen ein?“

All das sind Fragen, welche bei mir im Kopf herumgeschwirrt sind oder teilweise heute noch herumschwirren. 

Vielleicht beginne ich damit, wie ich eine Feministin geworden bin:
Eine lange Zeit in meinem Leben habe ich mich weder für den Feminismus interessiert, noch habe ich ihn überhaupt gekannt. Viele meiner Freund*innen haben Eltern, welche sich für die selben politischen Themen einsetzen, wie sie selber. Bei mir war das nie so und ist auch immer noch nicht so. Mein Vater ist Mitglied bei der FdP, meine Mutter ist in keiner Partei Mitglied hat aber definitiv nicht dieselbe Einstellung wie ich. Die einzige Person in meinem familiären Umfeld, welche die selbe Einstellung hat, ist mein Gotti. Nur habe ich zu ihr nicht sehr viel Kontakt, weshalb sie mich nicht wirklich beeinflusst hat. 
Als ich in die Sek P gekommen bin, habe ich das erste Mal begonnen mich mit Politik auseinanderzusetzen, aber keinesfalls schon mit linker Politik. Da man grundsätzlich denkt, das was die Eltern machen ist richtig so habe ich natürlich auch gedacht, die FdP unterstützt Themen, welche meiner Meinung entsprechen. Dass dies nicht ganz so ist, habe ich dann im Gymnasium gemerkt. Durch neue Freund*innen in meinem Leben, bin ich der linken Politik immer näher gekommen. 
Ein ausschlaggebendes Ereignis, war die Abstimmung zu Ehe für alle. Ich konnte damals noch nicht abstimmen gehen, habe mich aber klar dafür ausgesetzt und die SP Tasche bestellt. Somit habe ich mich zum ersten Mal so wirklich mit der SP und ihrer Politik identifiziert (und bin seither auch nicht mehr davon weggekommen).

Ein weiters wichtiges Ereignis für meine politische und feministische Einstellung war der feministische Streik 2021. Ich war zwar nicht dabei, es war aber das erste Mal, dass ich davon gehört habe und es richtig realisiert habe. 

Desto mehr ich mich mit dem Feminismus auseinander gesetzt habe, desto mehr wurde mir bewusst, dass genau das meine Einstellung ist und ich für diese Anliegen kämpfen will und muss. 

Doch wofür setzt sich der Feminismu denn ein?

Die Definition per Duden lautet: „Der Feminismus ist ein Oberbegriff für verschiedene Strömungen, welche sich für Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und Freiheit aller Geschlechter und gegen Sexismus einsetzen.“ 

Es geht also darum solange zu kämpfen, bis alle Personen, egal welches Geschlecht sie haben die selben Rechte und Möglichkeiten haben. 

Eine solide Einstellung, welche niemandem schadet. 

Die Frage wie wird man Feminist*in ist somit aber immer noch nicht beantwortet. (Und leider kann ich die Frage auch nicht beantworten.)

Ich kann nur soviel sagen. Um sich feministisch zu engagieren muss man weder schwul noch lesbisch sein. Man muss auch nicht verbittert mit einem Megaphon durch die Strassen ziehen und es geht auch nicht darum Männer zu hassen. 
Du kannst dich feministisch betätigen, indem du deine Werte mit deinen Mitmenschen teilst, indem du abstimmen und wählen gehst (sofern du kannst), indem du feministische Personen oder Accounts auf den sozialen Medien folgst, indem du an feministische Events gehst und vor allem indem du dich gegen diskriminierende Meinungen wehrst. 

Feminismus beginnt aber in dir drin. Werde dir klar, welche Werte du vertrittst und welche du vertreten möchtest. Informiere dich, lies Bücher und hör deinen Mitmenschen im Alltag zu. 

Feminismus ist eine Einstellung. Und ganz wichtig ist, dass du feministisch für alle bist. Egal, welche Herkunft, welcher Bildungsgrad, welches Ansehen, welcher Job, welches Geschlecht. Es geht um die Gleichberechtigung von allen Lebewesen auf diesem Planeten. 

und ps. du musst nicht dieselbe Meinung haben, wie deine Eltern. Du bist ein Individuum und kannst dir deine Meinung selber bilden und diese vertreten (natürlich nur soweit, dass du nicht in Gefahr gerätst) 

Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr eure Meinung in den Kommentaren teilt, damit wir auch in den Austausch gehen können:) 

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